Unsere Jungs waren mit sechs Punkten aus zwei Spielen optimal in die Meisterschaft gestartet. Wenn man dabei bedenkt, dass man aktuell auf seinen Stammtorhüter verzichten muss, auf der Position rotiert und nebenbei etliche weitere Leistungsträger ausfallen, war es ein veritabler Traumstart. Dübendorf hingegen, seines Zeichens amtierender Meister, hatte nach einem Startsieg zu Hause gegen Chur auswärts bei Star Forward einen ersten Stolperstein gefunden und reiste ohne Punkte nach Hause. Wem sollte all das also mehr nutzen? Am Ende das Tages sollte diese Frage klar beantwortet werden.

 

Das Spiel begann schwungvoll und temporeich. Eine Eigenschaft die es in den ganzen 60 Minuten nicht mehr verlieren sollte. Obwohl man sich eine Führung so sehr gewünscht hatte, war es Dübendorf das in der 11. Minute zuschlug. Steven Widmer erzielte nach einem Wirrwarr vor dem Tor mit einem scharfen Schuss das 0:1. Die Scheibe sprang gleich wieder aus dem Tor, der Schiedsrichter war sich aber vollkommen sicher, dass es zählt. Gleich darauf drohte weiteres Ungemach. Noel Tschanz musste auf die Strafbank (es sollte bei den sehr disziplinierten Bulls aber die einzige Strafe in diesem Spiel bleiben) und Dübendorf versuchte sein Powerplay, das an der Ligaspitze steht, aufzuziehen. Obwohl eine weit über diese zwei Minuten dauernde Druckphase folgte, gelang das 0:2 nicht. Das Boxplay war leidenschaftlich und man sah, dass da was drin war. Mit diesem Gefühl ging man auch in die erste Pause.

 

Leider kam dann im zweiten Drittel doch recht früh das 0:2. In der 24. Minute erzielte es Cian Derder mit einem Ablenker aus der Luft. Keeper Fragnoli war chancenlos. Die Frage nach dem hohen Stock stellte sich leider auch nicht wirklich. Später hatten die Bulls zwei Mal die Chance in Überzahl zu spielen und wieder heranzukommen. Obwohl man zu sehr guten Chancen kam, fehlte einfach das letzte Quäntchen vor dem Tor. Einen grossen Anteil hatte aber auch der grosse Wille der Zürcher Gäste einfach um jeden Preis alles was auf ihr Tor kam zu blocken. Reichte das nicht, war da noch Schlussmann Remo Trüb der eine sehr starke Partie spielte. Man konnte aber doch davon sprecher, dass der Anschlusstreffer fallen könnte. Umso bitterer war daher das 0:3. Philip Beeler stand am Ende einer schnellen Passstaffette bei der weder einer der Feldspieler noch Fragnoli die geringste Abwehrchance hatte. Im Nachhinein betrachtet war das die Entscheidung.

 

Früh im Schlussabschnitt wurde klar, dass man vor allem noch das zu 0 verhindern wollte. War Dübendorf nämlich noch gleich nach Wiederbeginn das 0:4 verwehrt worden, Leu behinderte unseren Torhüter regelwidrig während sein Kollege abschloss, erzielte genau dieser Leu mit einem platzierten Handgelenkschuss in den Winkel doch noch diesen vierten Treffer. Das Spiel war weiterhin auf tollem Niveau, nur schien es keine Tore mehr geben zu wollen. Zum Glück aber war der waffenscheinpflichtige Schuss unseres Offensivverteidigers Ludovic Hayoz dann aber doch noch ein verlässliches Mittel. 4 Sekunden vor Schluss bezwang er den bisher tadellosen Trüb in der Fanghandecke. Nicht einfach nur ein Ehrentreffer, sondern auf jeden Fall auch eine gewisse Moralspritze.

 

Während Trüb folgerichtig Best Player der Zürcher wurde bekam bei den Bulls Nicolas Hasler die Auszeichnung. Die Gottéron-Leihgabe war mit seinem Kollegen Gaëtan Jobin zusammen ein erfrischendes Element im Sturm.

Der Sieg von Dübendorf war verdient. Jedoch täuscht die Höhe über die Tatsache hinweg, dass die Bulls über das ganze Spiel viele gute Chancen hatten, um im Spiel zu bleiben. Nur die liebe Effizienz war leider ungenügend. Wir sehen aber nicht nur das negative. Es kann ein Sieg sein, der erdet, der hungrig macht und der antreibt. Man möchte nicht Valais-Chablais sein.